TV Kesselstadt - Tischtennis

Alles Gute Hartmut Schnell

Hartmut Schnell, Jahrzehnte lang das Aushängeschild unserer Tischtennis-Abteilung, hängt seinen Schläger an den berühmten Nagel.

Seine Vereinskollegen, die ihn über viele Jahre begleiteten, sehen dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge. 

Mit einem lachenden Auge, weil er seit seinem Eintritt in den Turnverein Kesselstadt maßgeblich am guten Ruf der Tischtennisabteilung beteiligt war. Es ging damals steil bergauf mit der 1.Herrenmannschaft. Nach 13 Jahren Bezirksklasse erfolgte 1964/65 der Aufstieg in die Gruppenliga und schon 2 Jahre später in die Landesliga. Wieder dauerte es nur 2 Jahre bis die Mannschaft in der Hessenliga ankam und in der Saison 1973/74 durften sie für ein Jahr in der 2. Oberliga mitspielen.  Vergessene Triumpfe, die den Ruf der Tischtennisabteilung des TVK aber entscheidend festigten. 

Schnells Leistungen waren in allen Jahren überdurchschnittlich. Neben den Mannschaftsmeisterschaften gingen auch unzählige Einzelmeisterschaften auf sein Konto. Er war ein Sportsmann mit festen Prinzipien und ein Vorbild für die Jugend. Jetzt müssen andere seine Arbeit fortsetzen.

Mit einem weinenden Auge, weil sie am Ende seiner beispiellosen Karriere mit ansehen mussten, wie Wille und Leistung bei dem inzwischen 84-jährigen noch immer aktiven Spieler nicht mehr im Einklang standen, und nun traurig, aber erleichtert über seine jetzige Entscheidung reagierten.

Er lebte Tischtennis, dieser Sport war sein Leben.                                                                            

Es gäbe zahlreiche Beispiele, dies zu untermauern. Nur eine Begebenheit soll stellvertretend daran erinnern.

Es geschah vor einige Jahren. An einem tristen November Abend spielte seine 1. Mannschaft gegen den Meisterschaftsfavoriten Steinberg in der Vereinsturnhalle. Steinberg konnte es sich leisten, ungarische Spitzensportler einfliegen zu lassen, was auch zu diesem Spiel geschah. Und Hartmut gewann das Spiel des Abends gegen den ungarischen Meister oder Vizemeister (die Erinnerung hat auch schon Lücken).                                                                                                                                   

Und wie kommentierte Renate, seine leider verstorbene Ehefrau, dieses Ereignis? „Jetzt muss ich Hartmut nichts mehr zu Weihnachten schenken“. Treffender kann man den Stellenwert Tischtennis in seinem Leben nicht beschreiben.

Geboren 1935, begann er mit dem Tischtennis spielen beim Buxdehuder SV. Über ETSV Altona von 1880 und den VfL Osnabrück fand er den Weg 1964 nach Kesselstadt. Man könnte auch sagen, dass er seinem Freund Jürgen Scheefe, folgte, der ein Jahr vorher zum TVK kam. Beide damaligen „Star Spieler“ in unserem Verein hatten gemeinsam beim Buxdehuder SV gespielt und irgendwo stand einmal geschrieben „der Buxdehuder SV weinte als sie gingen“. In ihrem nun neuen Verein in Kesselstadt bildeten sie über Jahrzehnte ein fast unschlagbares Doppel. Beide haben weit über 1.000 Spiele für unseren Verein bestritten. Jürgen Scheefe ist leider vor einigen Wochen verstorben.

Hartmut Schnell übernahm auch Gesamtverantwortung als nach der Ära Jupp Pfeifer und Hans Grasmück niemand als Abteilungsleiter antreten wollte. Von 1966 bis 1970 leitete er die Geschicke der Abteilung.

Es würde langweilen, würde man jetzt alle Erfolge chronologisch aufzählen. In einem Alter, in dem die meisten Ehemaligen sich zur Ruhe setzen, allenfalls noch ihren Kindern oder Enkelkindern das Tischtennis spielen beibringen, setze Hartmut zu einem weiteren Höhenflug an. Er mischte die Senioren bundesweit auf.                                                                                                                              
Über mehr als ein Jahrzehnt war er Stammgast bei den Sportlerehrungen des Main-Kinzig-Kreises und der Stadt Hanau. Als hessischer Meister, Südwestdeutscher Meister und Deutscher Meister in den Altersklassen Ü 60, Ü 65 und Ü 70 ging er oft von der Platte, zahlreiche „Treppchen Plätze“ kommen noch hinzu. Sein erfolgreichstes Jahr war wohl 2002 als er 9 Meister- und Vizemeisterschaften mit nach Hause brachte.

Ist nun endgültig Schluss?                                                                                                           

Nein, nicht so ganz. So lange es noch Senioren gibt, die bei Kieser oder anderen Fitnessclubs an ihren alten TVK -Trikots erkannt werden, wird immer mal die Frage im Raum stehen „wie geht es eigentlich Schnell und Scheefe.